Triggertrap – Die App im Detail

triggertrap-3 Mit dem Triggertrap Mobile Dongle und der dazugehörigen App lassen sich Spiegelreflexkameras per Smartphone fernauslösen. Durch die Nutzung der verschiedenen Smartphone-Funktionen, wie GPS oder Schallsensor lassen sich so atemberaubende Bilder erstellen. In diesem Beitrag werde ich die Möglichkeiten und Feinheiten der App vorstellen. Hierfür nutze ich den Triggertrap Mobile Dongle MD3-DC2, meine Nikon D90 in Verbindung mit den Smartphones Samsung Galaxy S5 und LG G2 (beide Android 4.4.2 mit triggertrap Version 3.0.0).

Wie man die Kamera per Mobile Dongle mit dem Smartphone verbindet, hatte ich bereits in einem anderen Bericht beschrieben (siehe auch: http://goo.gl/ok99WU). Hierbei ist es sehr wichtig das die Lautstärke des Smartphones auf den maximalen Wert gestellt wird. Den Kameramodus sollte man auf ‚manuell‘ und ‚bulb‘ stellen. Ist man sich noch nicht so ganz sicher, kann man natürlich auch die übrigen Programme nutzen.

Die App ‚triggertrap‘ hat ein klar gegliedertes Menü. Die einzelnen Menüpunkte sind sauber nach Kategorien unterteilt, eindeutig bezeichnet und jeder Menüpunkt hat zusätzlich einen kurzen Infotext zu der jeweils hinterlegten Funktion.

Für verschiedene Kameras unterschiedlicher Hersteller benötigt man zum einen ein angepasstes Anschlusskabel (eine Übersicht gibt es hier: http://goo.gl/VZghOh). Zum anderen muss die App auf die Werte der Kamera konfiguriert werden, denn jede Kamera unterscheidet sich in der Auslösegeschwindigkeit und der Serienbildgeschwindigkeit. Hierzu öffnet man in der App die Einstellungen über die entsprechende Schaltfläche in der Ecke rechts oben. Über die Punkte ‚Trigger-Impulslänge‘, ‚Sensorverzögerung‘ und ‚Sensor-Reset-Verzögerung‘ kann man nun die Werte an die Listung der benutzten Kamera anpassen. Am besten geht dies nach ‚Trial and Error‘-Methode. Dies bedeutet: Über den Modus ‚Einfacher Kabelauslöser‘ die Kamera auslösen, falls die Kamera nicht auslöst, oder man zur Auslösung zu lange gedrückt halten muss, einfach unter Einstellungen die Werte anpassen und wieder testen. Dies macht man solange, bis die Kamera in allen Modi einwandfrei auslöst. Aber keine Angst, bei mir hat die Konfiguration nicht länger als eine Minute gedauert. Für meine D90 habe ich die Werte „Trigger-Impulslänge: 500ms, Sensorverzögerung: 0,05 Sekunden und Sensor-Reset-Verzögerung: 1 Sekunde“ eingestellt.

Im folgenden stellte ich die Funktionen der einzelnen Menüpunkte vor:

Einfacher Kabelauslöser

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Bildquelle: triggertrap

Hinter diesem Punkt verbirgt sich die Standard-Anwendung. Man löst durch Drücken auf den roten Knopf die Kamera aus und erhält ein Foto. Genau das Gleiche, als wenn man herkömmlichen Kabel- oder Infrarotauslöser nutzen würde.

 

Schnell Auslöser

Bildquelle: triggertrap

Bildquelle: triggertrap

Bereits ab dem zweiten Menüpunkt hat man die Möglichkeit Funktionen zu nutzen, die herkömmliche Kabel- oder Infrarotauslöser nicht bieten. In diesem Fall wird die Belichtung mit der Berührung des roten Knopfes gestartet. Sobald man den roten Knopf wieder loslässt, wird die Belichtung beendet. Man hat also die Möglichkeit Langzeitbelichtungen ganz einfach per Knopfdruck zu machen. Hierbei ist natürlich wichtig das die Belichtungsdauer auf ‚Bulb‘ eingestellt ist.

 

 

 

Drücken + Halten

Screenshot_2014-12-11-21-21-28 Den roten Knopf drücken, um die Blende der Kamera zu öffnen. Lässt man den roten Knopf wieder los, wird die Belichtung gestoppt.

Drücken + Sperren

Screenshot_2014-12-11-21-21-34 Ähnlich wie die Funktion „Drücken + Halten“, nur mit dem Unterschied, das man hier bei Langzeitbelichtungen nicht die ganze Zeit den roten Knopf gedrückt halten muss. Wenn man die Belichtung beenden möchte, drückt man einfach ein zweites Mal.

Zeitgesteuerter Auslöser

Screenshot_2014-12-11-21-21-43 Hier hat man die Möglichkeit eine Belichtungszeit vorzugeben. Genauso wie man die Verschlusszeit über die Kamera vorgeben würde, nur halt über die App. Ausgelöst wird wie immer über den roten Button. Nach Ablauf der voreingestellten Zeit wird die Belichtung automatisch beendet.

Selbstauslöser

Screenshot_2014-12-11-21-21-50 Dies ist eine sehr beliebte Funktion, gerade im Zeitalter von ‚Selfies‘. Man stellt einfach einen Countdown ein, löst über den roten Knopf aus und bewegt sich schnell auf seine gewünschte Position. Nach Ablauf des Countdowns löst die Kamera automatisch aus. Endlich gibt es mit dieser Funktion nun auch Familienfotos, auf denen der Fotograf selbst vorhanden ist!

 

Zeitraffer

Screenshot_2014-12-11-21-21-59 Hier hat man die Möglichkeit das Zeitintervall zwischen den einzelnen Bildern vorzugeben. Gibt man beispielsweise den Wert 1 Sekunde vor und löst aus, werden immer weiter Bilder mit einem Abstand von einer Sekunde geschossen, bis man die Bilderserie über den roten Button wieder beendet. Anschließend kann man die Bilder beispielsweise zu einem Video zusammenfügen und erhält so eine sehr schöne Zeitrafferaufnahme.

 

TimeWarp

Screenshot_2014-12-11-21-22-17 Über einen bestimmten Zeitraum kann man eine Anzahl von Belichtungen vorgeben. Beispielsweise stellt man ein, das man über einen Zeitraum von einer Stunde 100 Belichtungen erstellen möchte. Es wird automatisch der zeitliche Abstand zwischen den einzelnen Bildern berechnet. Über den Graph lassen sich Beschleunigungen oder Entschleunigungen vorgeben. Hierbei wird dann der zeitlich Abstand zwischen den einzelnen Bildern entsprechend vergrößert oder verkleinert.

 

DistanceLapse

Screenshot_2014-12-11-21-22-35 Dies ist eine fantastische Funktion. Legt man beispielsweise die Kamera auf das Armaturenbrett seines Autos und fährt durch die Gegend, wird bei dieser Funktion der GPS-Sensor des Smartphones genutzt und zum Beispiel alle 25 Meter ein Bild erstellt. Die erstellten Bilder kann man anschließend mit der entsprechenden Software wieder zu einem Video zusammenfügen und erhält so eine fantastische Zeitrafferaufnahme einer zurückgelegten Strecke.

 

Sternspuren

Screenshot_2014-12-11-21-22-43 Unter diesem Menüpunkt wird die Anzahl, die Dauer und der Zeitraum zwischen Belichtungen vorgegeben. In diesem Beispiel werden 10 Belichtungen á 1 Minute und 30 Sekunden, mit einer Lücke von 5 Sekunden zwischen den einzelnen Belichtungen, erstellt.

 

Bulb Ramping

Screenshot_2014-12-11-21-22-59 Ähnlich wie die Funktion ‚Stern Spuren‘, nur das man hier unterschiedliche Verschlusszeiten für Start und Ende definieren kann. Zwischen Start und Ende werden die Verschlusszeiten dann entsprechend berechnet. Als Ergebnis erhält man die Rohdaten für ein Sternspuren-Video mit Beschleunigung bzw. Verlangsamung.

 

Schallsensor

Screenshot_2014-12-11-21-23-21 Dies ist eine meiner Lieblingsfunktion. Hierfür wird der Schallsensor des Smartphones genutzt. Über zwei Schieberegler kann man zum einen die Empfindlichkeit des Schallsensors einstellen und zum anderen das Limit, bei dem ausgelöst werden soll. Fotografiert man beispielsweise größere Tiere in der Natur (im Nahbereich) kann man das Set entsprechend aufbauen, und wenn ein Tier im Vorübergehen Geräusche macht, wird automatisch ausgelöst. Wer es nicht ganz so anspruchsvoll mag, kann aber auch einfach Selfies auf Zuruf erstellen.

 

LZB-HDR

Screenshot_2014-12-11-21-23-38 HDR-Bilder gehören zu meinen absoluten Lieblingstechniken der Fotografie. Hierbei wird eine Belichtungsreihe, also mehrere Fotos mit unterschiedlichen Belichtungswertungen, erzeugt. Über die App kann man die ‚Mittlere Belichtung‘, die ‚Anzahl der Belichtungen‘ und den ‚LW (EV) Schritt‘ einstellen. Also zum Beispiel 3 Belichtungen, wobei das mittlere Bild 2 Sekunden belichtet werden soll, und das erste und letzte Bild um einen halben Lichtwert nach oben bzw. unten abweichen soll. Die erstellten Bilder können anschließend mit entsprechender Software (anderer Anbieter) zu einem HDR-Bild zusammengefügt werden.

 

LZB-HDR Zeitraff.

Screenshot_2014-12-11-21-23-49 Ähnlich wie die vorher beschriebene Funktion, nur mit dem Unterschied das man hier ein Zeitrafferintervall (also die Zeit zwischen den einzelnen Bildern) und keine Gesamtanzahl an Bildern vorgeben kann.

 

Solarrechner

Screenshot_2014-12-11-21-24-10 Die Zeiten des Sonnenaufgangs bzw. -untergangs sind für viele Fotografen von großer Bedeutung. Nun hat man die Zeiten für alle Ort gesammelt auf dem Smartphone in der Hosentasche. Über den GPS-Sensor des Smartphones wird automatisch der aktuelle Ort ermittelt und die Zeiten für Sonnenaufgang und Sonnenuntergang dargestellt. Der rote Bereich in der Grafik gibt Aufschlüsse über die blaue Stunde.

 

ND-Rechner

Screenshot_2014-12-11-21-24-17 Nutzt man Neutraldichtefilter, kann man sich mit dieser Funktion die Verschlusszeit für den genutzten Filter ausrechnen.

 

WLAN-Slave/Master

Screenshot_2014-12-11-21-30-28 Mit dem Triggertrap Mobile Dongle konnte man bislang nur kabelgebunden auslösen, da das Smarphone über das Kabel mit der Kamera verbunden ist. Mit der WLAN-Slave/Master-Funktion und einem zweiten Smartphone kann man nun auch außerhalb der Reichweite des Kabels auslösen. Hierzu verbindet man ein Smartphone über den Mobile Dongle mit der Kamera. Das zweite Smarthpone nutzt man als Auslöser. Auf beiden Smartphones muss triggertrap installiert sein. Das Smartphone an der Kamera richtet man dann als Master-Gerät ein, indem man den entsprechenden Menüpunkt auswählt. Das andere Smartphone richtet man als Slave-Gerät ein. Beide Smartphones müssen hierfür mit dem gleichen WLAN verbunden sein.

Screenshot_2014-12-11-21-30-40 Wenn dem so ist, finden sich die Smartphones gegenseitig automatisch. Das Master-Gerät gibt hierbei seinen Namen vor (Ich heiße: …). Dieser Name muss dann nur noch auf dem Slave-Gerät per Checkbox bestätigt werden. Anschließend kann man alle Auslösearten nutzen, ohne an das Kabel gebunden zu sein.

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Eine Antwort auf Triggertrap – Die App im Detail

  1. Uwe Marko sagt:

    Hi Sascha,
    ich fotografiere mit einer Canon D7, Objektive 18-135 Original und Sigma 18-250
    Meine LZB mache ich mit ISO 100 bei Blende 8-11. Als Belichtungsreihe nehme ich 20″, Anzahl Belichtungen 9, LW 1, Dauer 8`07″
    Zeiten für HDR 1″, 2″, 5″,10″,20″,40″,120″,240″,520″.
    HDR Program ist Photomatix, BEA mit Photoshop 10 und Photoscape.
    Deine Ausführungen waren gut, 1 Frage ist immer noch offen.
    1. Was muss ich an meiner Kamera oder bei TT verstellen um in meinem LV mehr als ein Bruchteil einer Sekunde meines gemachtes Bild zu sehen?.
    Ich bedanke mich schon einmal für dein bemühen.
    LG Uwe

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